Zum Schwintowski-IDD-Rechtsgutachten – Leserbrief

Guten Tag,

mit fehlt in diesen Betrachtungen der Hinweis auf den Verbraucherschutz durch das bestehende Provisions-/Courtagesystem. Die Honorarberatung setzt sich schon deshalb bislang nicht durch, weil die Verbrauchermehrheit sich das schlicht nicht leisten kann und will.

Ein Privathaushalt mit 2-3.000,-€ Jahresbeitrag ist doch mit dem jetzigen System zufrieden. Warum sollen Verbraucher, Freiberufler und auch kleine Selbstständige ab Morgen für Beratungsstunden, Schadenhilfe etc. plötzlich 75,-€/100,-€ oder 150,-€ die Stunde zahlen?

Daher steckt der fatale Irrtum, dass Beratungsqualität irgendetwas mit dem Vergütungssystem zu tun hat. Fragen Sie doch mal Dozenten an der Uni oder IHK, ob Sie anhand der Antworten erkennen können, wie der Student vergütet wird. Natürlich nicht. Honorar bedeutet eben nicht bessere Beratung, ein Festgehalt auch nicht. Und eine Provision bedeutet eben auch nicht per se eine schlechte Beratung.

Warum funktioniert das vorhandene Modell? Weil der obige Haushalt eben auch mal einen Vertrag abschließt, der im Einzelfall „viel“ Einkommen bedeuten kann, und somit sich in der Zeit ausgleicht. Eine Mischkalkulation wie in allen anderen Branchen auch.
Großen Firmen ist es egal, ob sie höhere Versicherungsbeiträge (Courtage) oder Beiträge und Beratungshonorar in die Bilanz buchen.

Wenn der Staat den bestehenden Verbraucherschutz noch weiter verbessern möchte, sollte er sich nicht die Vermittler vorknöpfen, sondern die Anbieter = Versicherer. Und Regeln aufstellen, mit denen es keine „schlechten“ Produkte mehr geben kann. Da das ganze Thema doch ohnehin nur auf den Bereich Altersvorsorge und Krankenversicherung abzielt, sollte sich der Gesetzgeber gerade auch deshalb engagieren, weil genau diese Bereiche intensiviert werden sollten.

Fazit: Streicht „diesen einen Satz“ bitte schon allein aus VerbraucherSCHUTZgründen.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Funke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.